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Logistik

Definition

Begriff, der für die Integration von Telekommunikation und Informatik steht. Technische Einrichtungen zur Ermittlung, Speicherung und/oder Verarbeitung von Daten und Informationen sind heute stets mithilfe von Telekommunikationssystemen miteinander vernetzt. Der Begriff Telematik hat in den letzten Jahren schwerpunktmäßig Verwendung im Verkehrsbereich gefunden. Die dort eingesetzten Telematik-Systeme lassen sich wie folgt unterteilen:

 
- Nach den Verkehrsträgern, wie Wasser, Schiene, Luft und Straße
- Nach der Differenzierung zwischen individuellen und kollektiven Systemen
- Nach der Zielgruppe: Verkehrsanbieter, Nachfrager und der Verknüpfung beider unter Einbeziehung von Verkehrsmittlern
- Nach dem Ziel einer Kapazitätserhöhung der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur, einer Produktivitätsverbesserung im
  Transport oder einer Rationalisierung der administrativen Prozesse in Verkehrsbetrieben.


 

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Telematik in der Transportbranche

 

SCM-Praxis

Eine moderne und effiziente Flottentelematiklösung verknüpft die mobilen Logistikprozesse im und am Fahrzeug mit aktuellen Informationen und bindet all diese in die ganzheitliche betriebswirtschaftliche Prozesssteuerung ein. Das Telematiksystem besteht aus so genannten Bordrechnern, welche in die Verkehrsträger der Transportkette eingebaut werden. Vereinfacht betrachtet stellt die Flottentelematik eine Art Hightech-Werkzeug dar, welches äußerst effizient die gesamte Transportkette (Fahrzeuge, Personalressourcen oder Güter) überwacht und parallel steuert.

 

Der Transportmarkt: Schwierige Wettbewerbssituation für deutsche Spediteure

Die derzeitige Situation im deutschen Transportmarkt stellt die Spediteure vor große Herausforderungen:
Zahlreiche neue Wettbewerber, speziell aus den EU-Beitrittländern 

Ostmitteleuropas, drängen auf den Markt. Die Branche leidet unter einem erheblichen Frachtkostenverfall, einem Mangel an qualifizierten LKW-Fahrern und dem Ausflaggen der Fahrzeuge nach Osteuropa. Zudem kennzeichnen eine Spezialisierung auf einzelne Segmente und hohe IT-Anforderungen der Kundschaft den Markt.

Im deutschen Straßengüter- und Speditionsgewerbe existiert bereits seit vielen Jahren eine erhöhte Insolvenzwahrscheinlichkeit im Vergleich zu diversen anderen Wirtschaftsbereichen. Dies belegen auch die Aussagen verschiedener Wirtschaftsinformationsdienste, nach denen die Bonität der Unternehmen in diesem Bereich weiterhin am niedrigsten von allen Branchen eingeschätzt wird. Ökosteuer, Maut und hohe Treibstoffkosten belasten die Budgetplanung der ansässigen Transportunternehmen ebenso wie die aufkeimende Problematik der höheren Kosten für den Kundenstamm der Logistikbranche.

Die osteuropäischen Wettbewerber sind hier klar im Vorteil, da sie die Ökosteuer auf Dieselkraftstoff in Deutschland nicht entrichten müssen. Die ausländische Konkurrenz tankt vorzugsweise im Heimatland oder den angrenzenden EU-Staaten, welche deutlich geringere Preise an den Zapfsäulen fordern.

 

Höhere Wettbewerbsfähigkeit durch Flottentelematik

Jede Minute Stillstand, jeder Kilometer Umweg, jeglicher freier Laderaum und jeder unnötige Organisationsaufwand kosten viel Zeit und Geld. Für jede Transportkette werden seitens der Disposition immer kürzere Zeitfenster veranschlagt, denn „Time is Money“. Die Folge: Ein gut strukturiertes und effizientes Unternehmen benötigt fortlaufend Informationen in Echtzeit – Position, Tourenstatus oder Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer sind von enormer Relevanz. Die Überwachung, Steuerung und Kommunikation der Verkehrsträger und ihrer Fahrer muss dabei reibungslos, verlässlich und kostengünstig über sämtliche Landesgrenzen hinweg funktionieren. Auf internationaler Ebene – gerade im fremdsprachigen Ausland – sind eine exakt definierte Lieferadresse wie auch ein simples Routing via Navigationssystem wichtig. Die exakte Dokumentation des Transportes und eine lückenlose Rückverfolgung sind Grundvoraussetzungen für einen effizienten Logistikprozess.

Eine moderne Flottentelematik bietet durch eine effiziente Fahrzeugsteuerung, ein zeitoptimiertes Auftragsmanagement und die Senkung der Fahrzeugbetriebs- und Kommunikationskosten enorme Einsparpotenziale. Die zentrale Überwachung und Steuerung der Verkehrsträger erfolgt dabei problemlos via Internet und spezieller Softwareapplikationen. Durch die Abbildung aller Geschäftsprozesse in einem einzigen System können Fahrten und der Fahrereinsatz effizient geplant und Leerfahrten vermieden werden. Gepaart werden diese Kostenvorteile durch eine höhere Kundenzufriedenheit und verbesserte Controllingfunktionen.

 

Der Leistungsumfang professioneller Telematiksysteme umfasst folgende Leistungen:

Supply Chain Management (Disposition Fahrzeug/Ladung, Ortung der Fahrzeuge, Tourbildung und -überwachung, Temperaturkontrolle bei Kühlaufliegern)

 

  • Auftragsmanagement (Auftragsübermittlung zum Fahrzeug, Übermittlung des Auftragsstatus vom Fahrzeug)
  • Darstellung technischer Fahrzeugdaten
  • Lenk- und Ruhezeiten
  • Navigation
  • Personalabrechnung
  • Einsatzerfassung
  • Erhöhung der Transportsicherheit
  • Kontrolle der Mautabrechnung

 

 Foto: freepic

Wie rechnet sich die Einführung einer Flottentelematik?

 

Der Aufbau eines Telematiksystems bedeutet für kleine und mittlere Speditionen eine erhebliche Investition und wirft daher zahlreiche Fragen auf: Erreiche ich den Return-on-Investment (ROI) auch in Wirklichkeit? Welcher Umfang und welche Funktionalitäten sind sinnvoll? Ist eine Anschaffung auf Miet- oder auf Leasingbasis günstiger? Für die Flottenbetreiber gilt es, vor der Anschaffung sämtliche Kostensegmente zu beachten. Neben den Investitionskosten für die Hard- und Software fallen im laufenden Betrieb Kommunikationskosten aus Grundentgelten oder Nutzungsgebühren an. Der dritte Kostenblock umfasst die Betriebskosten, welche für die Installation des Systems und die jeweilige kundenspezifische Anpassung anfallen.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass sich bei entsprechender Beratung der Einsatz von Telematik-Systemen für die mobile Datenkommunikation bei einer durchschnittlichen Spedition innerhalb von fünf bis neun Monaten amortisiert. Der Anschaffung einer Lösung sollte daher in jedem Fall eine gründliche Analyse der Rahmendaten stehen.

 

Beratungsunternehmen unterstützen dabei und bieten Hilfestellungen bei den wesentlichen Entscheidungsprozessen.

Die betrifft nicht nur die Auswahl des geeigneten Systems, sondern setzt schon viel früher ein, nämlich in der Analyse der individuellen Unternehmensabläufe und der Einsatzstrategie einer Telematiklösung im Gesamtumfeld. Ein gutes Beratungsunternehmen verfügt über einen umfassenden Marktüberblick und ist selbst nicht in die Herstellung von Hardware involviert – nur so kann es den Kunden neutral beraten. Damit die Speditionen eine zukunftsfähige Lösung erhalten, sind wichtige Kriterien bei der Auswahl einer passenden Telematiklösung die Flexibilität sowie der Customizinggrad.

 

IPL-Magazin | Autor:  Thomas Kersten

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